Der Bereich Rechtsanwälte

Im Bereich „Rechtsanwälte“ finden Sie neben Informationen rund um den Anwaltsberuf alles Wissenswerte zum anwaltlichen Berufsrecht und Vergütungsrecht. Sie können sich hier auch darüber informieren, was Sie zu beachten haben, wenn Sie die Qualifikation als Fachanwalt anstreben bzw. bereits besitzen.

Der Bereich RA-Fachangestellte

In diesem Bereich finden Sie Informationen rund um den interessanten und zukunftssicheren Beruf des/der Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Weiterbildung zum/zur Geprüften Rechtsfachwirt/in.

Der Bereich Mandanten

Im Bereich Mandanten finden Sie neben Informationen über die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München alles Wissenswerte, was Sie bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts wissen sollten. Hier finden Sie auch die Namen und Adressen anderer Ansprechpartner, wenn die Rechtsanwaltskammer München nicht für Sie tätig werden kann.

Der Bereich RAK München

In diesem Bereich können Sie sich unter anderem über die Gremien und die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München informieren. Hier können Sie auch alle Veröffentlichungen der Rechtsanwaltskammer München in elektronischer Form abrufen.

Jeder von uns verarbeitet täglich eine große Menge analoger und digitaler Daten. Dass diese besonders geschützt werden müssen, ist vielen oft gar nicht bewusst. Doch gerade bei digitalen Daten, die inzwischen in den meisten Kanzleien die Mehrheit bilden, leicht verfügbar sind und schnell transportiert werden können, sind wichtige Regeln zu beachten.
 So werden die Themen „Datenschutz“ und „Datensicherheit“ zunehmend bedeutender und rücken aktuell in den Fokus des öffentlichen Diskurses. Das liegt nicht zuletzt auch an der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die ab dem 25. Mai 2018 gelten und den Datenschutz in Europa vereinheitlichen wird. Dabei betrifft sie nicht nur Unternehmen, sondern auch und vor allen Dingen die Anwaltschaft.

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über die aktuelle Gesetzeslage sowie Informationsmaterialien, darunter auch eine Checkliste zum Thema „Datenschutz in Anwaltskanzleien“.

  • Erste-Hilfe-Paket

    Am 25.05.2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Die hierin enthaltenen Regelungen bezüglich der Verarbeitung personenbezogener Daten sind auch von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen im Rahmen Ihrer anwaltlichen Tätigkeit zu beachten.

    Nach § 2 Abs. 1 DSGVO gilt die Verordnung für die ganz, teilweise sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen. Letztendlich werden damit alle Datenverarbeitungsvorgänge, die in einer Kanzlei erfolgen, erfasst.

    In Deutschland ändert sich im Vergleich zum bisher geltenden deutschen Datenschutzrecht nicht viel; zu beachten ist jedoch, dass die Bußgeldvorschriften wesentlich geändert wurden; insbesondere Art. 83 Abs. 4 und 5 DSGVO. Es drohen beispielsweise bei Aufklärungsverstößen Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes.
    Darüber hinaus drohen Anwälten auch wettbewerbsrechtliche Abmahnungen, weil es sich bei den datenschutzrechtlichen Bestimmungen um Marktverhaltensregeln iSv. § 3a UWG handelt.


    Sie sind vorbereitet?

    Wenn Sie kurz prüfen wollen, ob Sie im Hinblick auf die Änderungen nach der DSGVO alles bedacht haben, können Sie anhand eines Fragebogens des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht schnell feststellen, was noch zu tun ist:


    Sie haben sich mit der DSGVO bisher wenig auseinandergesetzt?

    Wir bieten Ihnen hier eine erste kurze Hilfestellung und Übersicht an, um die ersten Gefahren eines Verstoßes zu reduzieren.

    Begriffe:
    Unter Verarbeitung versteht man nach Art. 4 DSGVO jeden mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung.

    Der Begriff personenbezogene Daten umfasst gemäß Art. 4 DSGVO alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen identifiziert werden kann, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind.

    1. Website

    Von der DSGVO sind nicht nur die Daten betroffen, die Sie in Ihrer Kanzlei vorhalten, wie z.B. Mandanten-, Gegner und Beschäftigtendaten, sondern auch Daten, die Sie über Ihre Website verarbeiten.

    Sofern Sie also eine Website betreiben, sollten Sie überprüfen, ob diese den datenschutzrechtlichen Vorgaben entspricht, insbesondere ob Ihre Datenschutzerklärung ausreichend ist.

    Nach Art. 13 und 14 DSGVO haben Anwaltskanzleien hinsichtlich ihres Internetauftritts Informationspflichten zu erfüllen. Dabei geht es vor allem um Datenverarbeitungsprozesse, die mit dem Besuch der Website verbunden sind. Nach § 13 TMG sind Sie als Website-Anbieter ebenfalls verpflichtet, den Nutzer zu Beginn des Nutzungsvorgangs über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten sowie über etwaige Weitergaben von Daten an Staaten außerhalb der EU bzw. des EWR unterrichten.

    Sie benötigen daher auf der Website eine an die DSGVO angepasste Datenschutzerklärung.

    Diese muss neben den allgemeinen Informationen (Wer ist Verantwortlicher, wer ist Datenschutzbeauftragter etc.) auch Hinweise zu beispielsweise folgenden Punkten enthalten:

    • Kontaktformular
    • Speicherung von IP-Adressen
    • Verwendung von Cookies
    • Verwendung von Social-Media-Plug-Ins
    • Verwendung von Analysetools (z.B. Google Analytics)
    • Auftragsdatenverarbeitung durch einen Host-Provider
    • Newsletterversand
    • Blog
    • Verlinkungen

    Hier finden Sie eine unverbindliche Muster-Datenschutzerklärung und einen Fragebogen zur Prüfung, was in ihrer Datenschutzerklärung enthalten sein muss.

    2. Datenschutzbeauftragter

    Soweit die Kanzlei aus mehr als 9 Mitarbeitern besteht, ist nach Art. 37 DSGVO, § 38 Abs. 1 S. 1 BDSG-neu ein Datenschutzbeauftragter zu benennen. Gezählt werden bei der Berechnung nicht nur Rechtsanwälte, sondern alle Angestellten, die regelmäßig in der Kanzlei tätig sind (z.B. evtl. auch Studenten).

    Auch bei 9 oder weniger Mitarbeitern ist die Benennung  eines Datenschutzbeauftragten erforderlich, wenn die Kerntätigkeit des Verantwortlichen in der umfangreichen Verarbeitung besonderer Kategorien von Daten gemäß Art. 9 DSGV oder von personenbezogenen Daten über strafrechtliche Verurteilungen und Straftaten gemäß Art. 10 DSGVO besteht. Inwiefern dies auf Kanzleien mit strafrechtlichen Mandaten zutrifft, ist umstritten und kann derzeit nicht rechtssicher beantwortet werden. Kanzleien, die überwiegend strafrechtliche Mandate betreuen, kann derzeit aufgrund dieser Rechtsunsicherheit nur empfohlen werden, unabhängig von der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter sicherheitshalber einen Datenschutzbeauftragten zu benennen.

    Bitte beachten Sie, dass gemäß § 37 Abs. 7 DSGVO der Verantwortliche die Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten (bspw. im Rahmen der Datenschutzerklärung auf der Webseite, vgl. oben) zu veröffentlichen hat. Darüber hinaus muss die Benennung des Datenschutzbeauftragten samt der Kontaktdaten der Aufsichtsbehörde mitgeteilt werden.

    Bitte beachten Sie, dass das für in Bayern ansässige Rechtsanwälte zuständige Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht unter folgendem Link ein Online-Melde-Portal betreibt:

    Die Frage, ob Sie einen Mitarbeiter oder einen Externen als Datenschutzbeauftragten benennen, bleibt Ihnen überlassen. Unabhängig davon, wie Sie sich entscheiden, ist die Zuverlässigkeit des Beauftragten sicherzustellen. Diese erfordert neben Fachkunde und Vertrauenswürdigkeit. Bei einer internen Benennung müssen Sie darauf achten, dass kein Interessenkonflikt bei der Wahrnehmung der Funktion des Datenschutzbeauftragten mit anderen Aufgaben in der Kanzlei besteht. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Person ein eigenes Interesse am Unternehmen (etwa wegen Beteiligung an seinem Vermögen wie z.B. Teilhaber oder Gesellschafter) oder Leitungsfunktion haben. Partner einer Rechtsanwaltskanzlei scheinen damit in der Regel keine geeigneten Datenschutzbeauftragten.

    Detailliertere Ausführungen zu dieser Frage, finden Sie in der e-Broschüre „Datenschutz und Datensicherheit in der Rechtsanwaltskanzlei“, 3. Auflage, die Sie auf der Website des Deutschen Anwaltverein abrufen können:

     

    3. Mandantenbelehrung

    Gemäß Art. 13 DSGVO trifft den Verantwortlichen  eine Informationspflicht bei Erhebung von personenbezogenen Daten bei der betroffenen Person. Diese Informationspflicht besteht bereits zum Zeitpunkt der Erhebung der Daten. Es empfiehlt sich daher dringend, dem Aufnahmebogen eine Mandantenbelehrung beizufügen, die – zur Dokumentation – vom Mandant unterzeichnet werden sollte. Die Angaben in der Belehrung sollten sich der Einfachheit halber an der Aufzählung in Art. 13 DSGVO orientieren


    Ein Muster für eine Mandantenbelehrung stellt ebenfalls der Deutsche Anwaltverein zur Verfügung:

     

  • Was sagt der gesetzliche Rahmen zum Thema „Datenschutz"?

    Berufsrecht

    Wichtige rechtliche Bezugspunkte im Berufsrecht in Sachen Datenschutz sind § 43a Abs. 2 BRAO und § 2 BORA. Sie regeln die Pflicht zur Verschwiegenheit, die sich auf alle Daten bezieht, die einem Rechtsanwalt in seiner beruflichen Tätigkeit bekannt werden. Im Gegensatz zum Bundesdatenschutzgesetz richtet sich den Fokus dabei nicht auf den Begriff der personenbezogenen Daten, sondern auf den der mandatsbezogenen Daten. So erklärt sich auch die Schutzrichtung: Die berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht schützt den Mandanten und den Anwalt, das Bundesdatenschutzgesetz schützt jeden Betroffenen.

    § 43a Abs. 2 BRAO:
    „Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihm in Ausübung seines Berufes bekanntgeworden ist. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen. Der Rechtsanwalt hat die von ihm beschäftigten Personen in schriftlicher Form zur Verschwiegenheit zu verpflichten und sie dabei über die strafrechtlichen Folgen einer Pflichtverletzung zu belehren. Zudem hat er bei ihnen in geeigneter Weise auf die Einhaltung der Verschwiegenheitspflicht hinzuwirken. Den von dem Rechtsanwalt beschäftigten Personen stehen die Personen gleich, die im Rahmen einer berufsvorbereitenden Tätigkeit oder einer sonstigen Hilfstätigkeit an seiner beruflichen Tätigkeit mitwirken. Satz 4 gilt nicht für Referendare und angestellte Personen, die im Hinblick auf die Verschwiegenheitspflicht den gleichen Anforderungen wie der Rechtsanwalt unterliegen. Hat sich ein Rechtsanwalt mit anderen Personen, die im Hinblick auf die Verschwiegenheitspflicht den gleichen Anforderungen unterliegen wie er, zur gemeinschaftlichen Berufsausübung zusammengeschlossen und besteht zu den Beschäftigten ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis, so genügt auch der Nachweis, dass eine andere dieser Personen die Verpflichtung nach Satz 4 vorgenommen hat.“

    § 2 BORA:
    (1) Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und berechtigt. Dies gilt auch nach Beendigung des Mandats.
    (2) Ein Verstoß gegen die Pflicht zur Verschwiegenheit (§ 43a Abs. 2 BRAO) liegt nicht vor, soweit Gesetz und Recht eine Ausnahme fordern oder zulassen.
    (3) Ein Verstoß ist nicht gegeben, soweit das Verhalten des Rechtsanwalts

    a) mit Einwilligung erfolgt oder
    b) zur Wahrnehmung berechtigter Interessen erforderlich ist, z.B. zur Durchsetzung oder Abwehr von Ansprüchen aus dem Mandatsverhältnis oder zur Verteidigung in eigener Sache, oder
    c) im Rahmen der Arbeitsabläufe der Kanzlei einschließlich der Inanspruchnahme von Leistungen Dritter erfolgt und objektiv einer üblichen, von der Allgemeinheit gebilligten Verhaltensweise im sozialen Leben entspricht (Sozialadäquanz).
     

    (4) Der Rechtsanwalt hat seine Mitarbeiter zur Verschwiegenheit schriftlich zu verpflichten und anzuhalten, auch soweit sie nicht im Mandat, sondern in sonstiger Weise für ihn tätig sind.
    (5) Abs. 4 gilt auch hinsichtlich sonstiger Personen, deren Dienste der Rechtsanwalt in Anspruch nimmt und

    a) denen er verschwiegenheitsgeschützte Tatsachen zur Kenntnis gibt oder
    b) die sich gelegentlich ihrer Leistungserbringung Kenntnis von verschwiegenheitsgeschützten Tatsachen verschaffen können.


    Europarecht

    Auf europäischer Ebene wurde die bisherige „Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr“ nun überholt. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung, die den Datenschutz in Europa vereinheitlichen wird, gilt ab dem 25. Mai 2018. Für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bringt sie eine Reihe neuer Herausforderungen mit sich – sei es in der anwaltlichen Beratung, aber auch im Rahmen der eigenen Büroorganisation.

    Die EU-Datenschutzgrundverordnung finden Sie hier.


    Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)

    Das Bundesdatenschutzgesetz regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, d.h. Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten natürlichen Person, die nach § 9 Abs. 1 BDSG geschützt werden müssen. Das gilt nach § 32 BDSG zum einen für Arbeitnehmerdaten, also für alle Daten von Kanzleimitarbeitern.

    Für Kanzleien relevant ist darüber hinaus zum einen § 9 Abs. 1 BDSG, der besagt, dass der Schutz von Daten im Rahmen der Kanzleiarbeit durch technisch-organisatorische Maßnahmen sichergestellt sein muss. Zudem regelt die Auftragsdatenverarbeitung nach § 11 BDSG, dass mit Dienstleistern, die Daten erheben, verarbeiten oder nutzen, entsprechende Verträge geschlossen werden sollten. Diese Vorschrift ist besonders im Bereich Outsourcing von Kanzleiorganisation relevant.

  • Sichere digitale Kommunikation in der Kanzlei

    Das Thema Datenschutz betrifft in der Anwaltskanzlei vor allem zwei Punkte: zum einen müssen Daten, die von Ihnen gespeichert werden, vor unbefugtem Zugriff geschützt werden; zum anderen müssen die Kommunikationswege auf ihre datenschutzkonforme Nutzung hin überprüft werden:
     

    Datensicherung

    Jeder Anwalt sollte für seine Kanzlei ein Datensicherungskonzept entwickeln. Ausgangspunkt sollte die Vorstellung sein, was es für die Kanzlei bedeuten würde, wenn sämtliche elektronische Daten (z.B.: elektronische Akten, Korrespondenzen, Buchhaltungsdaten, Mitarbeiterdaten) über Nacht nicht mehr verfügbar wären. Die Sicherung der Daten sollte daher als Prozess in die Abläufe der Kanzlei eingebunden sein.

    Was ist bei der Cloud-Nutzung zu beachten?
    Um große Datenmengen zu speichern oder zu transportieren und von jedem Endgerät aus auf sie zugreifen zu können, werden zunehmend Clouds genutzt. Bei einigen Anbietern steht jedoch nicht fest, ob die dort gelagerten Daten ausreichend gesichert sind. Für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ist die Nutzung von Clouds, auch aufgrund der Verschwiegenheitspflicht, daher problematisch. Eine Möglichkeit ist in diesem Zusammenhang, die eigenen Daten noch vor dem Upload in die Cloud zu verschlüsseln.
     

    Digitale Kommunikation

    Bei der digitalen Kommunikation kommt es in datenschutzrechtlicher Hinsicht vor allen Dingen darauf an, Daten zu verschlüsseln. Daher sollte darauf geachtet, Daten so zu chiffrieren, dass sie von Dritten nicht gelesen werden können. Aktuell wird in diesem Zusammenhang eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung empfohlen. Mit dieser Verschlüsselung wird nur der Empfänger dazu berechtigt, die Daten im Klartext zu lesen.

    Das besondere elektronische Anwaltspostfach bietet für die Kommunikation zwischen Anwälten und Gerichten bzw. zwischen Anwälten untereinander durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einen sicheren Übermittlungsweg.

    Bei sonstiger digitaler Kommunikation, zum Beispiel mit Mandanten, sollte besonderer Wert auf Sicherheit gelegt werden. Emails sollten verschlüsselt werden, beispielsweise mit dem Verfahren Pretty Good Privacy (PGP), das grundsätzlich in jedes Email-Programm integriert werden kann.  Außerdem bieten Governikus oder De-Mail-Postfächer eine sichere Datenübertragung, die Verarbeitung der Daten in deutschen Rechenzentren und stellt die Identität von Sender und Empfänger sicher.

    Der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. hat einen Leitfaden zur Verschlüsselung von Emails zur Verfügung gestellt, den Sie hier abrufen können.

  • Checkliste, Muster & Co.

    Checkliste
    Die Rechtsanwaltskammer München stellt eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zur Verfügung, die Kanzleien in Sachen Datenschutz bedacht haben sollten. Wir weisen darauf hin, dass diese Checkliste nur einen ersten Leitfaden zu den datenschutzrechtlichen Maßnahmen darstellt. Sie erhebt insbesondere keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


    Muster-Verarbeitungsverzeichnis
    Art. 30 DSGVO schreibt für jedes Datenverarbeitungsverfahren die Führung eines Verzeichnisses vor. Dieses dient dem Nachweis einer DSGVO-konformen Datenverarbeitung in Anwaltskanzleien und muss schriftlich oder elektronisch geführt werden,
    z.B. als Word- oder Exceldatei. Der Deutsche Anwaltverein e.V. (DAV) stellt ein Musterverzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten zur Verfügung.


    Muster-Datenschutzerklärung
    Nach Art. 13 und 14 DSGVO haben Anwaltskanzleien hinsichtlich ihres Internetauftritts bestimmte Informationspflichten zu erfüllen. Dabei geht es um Datenverarbeitungsprozesse, die mit dem Besuch der Website verbunden sind. Wie eine entsprechende Datenschutzerklärung auf der Kanzlei-Website aussehen kann, zeigt der DAV mit dieser Muster-Datenschutzerklärung.


    Hinweisblatt des BayLDA zu den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung
    Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht, das mitunter auch für die datenschutzrechtliche Aufsicht über Rechtsanwälte zuständig ist, hat eine Handreichung zur neuen DSGVO zur Verfügung gestellt. Darin finden Sie wesentliche Anforderungen und Erläuterungen im Überblick. Bitte beachten Sie: Die Hinweise richten sich namentlich an Steuerberater, lassen sich aber auf Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte übertragen.
     

  • Informationen und Veröffentlichungen

    Artikel „Neues Datenschutzrecht: Wie bereiten sich Anwaltskanzleien richtig vor?“
    In der Ausgabe 3/2017 der Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer München zeigt Rechtsanwalt Prof. Niko Härting auf, was die europäische Datenschutz-Grundverordnung für die Anwaltschaft bedeutet und worauf Kanzleien in Zukunft besonders achten müssen.


    Artikel „Digitales, Datenschutz und Geldwäsche“
    In der Ausgabe 4/2017 der Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer München berichtet Rechtsanwältin Dr. Susanne Reinemann im Rahmen eines Ausblicks auf das Jahr 2018 über die neuen Vorgaben für den Datenschutz in Kanzleien.


    Artikel „Die Datenschutz-Grundverordnung der EU“
    In der Oktober-Ausgabe 2017 der BRAK-Mitteilungen der Bundesrechtsanwaltskammer erklärt Rechtsanwalt Prof. Dr. Armin Herb den Rechtsrahmen sowie die wichtigsten Inhalte der europaweiten Neuregelung.


    Artikel „Datenschutz in der Kanzlei nach der Datenschutzgrundverordnung“
    Im Kammerreport der Rechtsanwaltskammer Stuttgart (Ausgabe 1) berichtet Rechtsanwalt Dr. Arnd-Christian Kulow über wichtige Änderungen für Kanzleien in Sachen Datenschutzrecht sowie über die damit verbundenen Pflichten für die Verantwortlichen in Kanzleien.


    eBroschüre „Datenschutz und Datensicherheit in der Rechtsanwaltskanzlei“
    Um Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten einen kurzen Überblick über die Neuregelungen im Datenschutz sowie mögliche Folgen für das rechtsanwaltliche Wirken darzulegen, hat der Deutsche Anwaltverlag eine Broschüre herausgegeben. Die eBroschüre „Datenschutz und Datensicherheit in der Rechtsanwaltskanzlei“ (3. Auflage), können Sie auf dieser Website kostenlos downloaden.


    Leitfaden zur Anwendbarkeit der EU-DSGVO
    Die Europäische Kommission stellt einen Leitfaden zur unmittelbaren Anwendbarkeit der Datenschutz-Grundverordnung zur Verfügung, der Bürger, Organisationen und Unternehmen dabei unterstützen soll, die Bestimmungen der neuen EU-DSGVO einzuhalten und richtig zu nutzen.


    Handreichung zur Datenschutz-Grundverordnung der RAK Düsseldorf
    Rechtsanwältin Dr. Susanne Offermann-Burckart hat zahlreiche Informationen zu den Inhalten der neuen DSGVO, zum deutschen Datenschutzrecht sowie zu Berührungspunkten der DSGVO mit dem anwaltlichen Berufsrecht zusammengestellt. Sie können die Handreichung auf dieser Website abrufen.